Chronik

FREIWILLIGE FEUERWEHR TRASDORF – seit 1895

1895-1927

Die Freiwillige Feuerwehr Trasdorf, 1895 unter Kommandant Josef Muck gegründet, ist heute nicht nur die mannschaftsstärkste der drei Feuerwehren der Marktgemeinde Atzenbrugg, sondern auch eine der Ältesten.

Im Reigen der neun Ortschaften der Gemeinde Atzenbrugg kann der Weinbau- u. Heurigenort Trasdorf auch das Privileg für sich in Anspruchnehmen, mit der ersten urkundlichen Nennung im Jahre 868 zu den ältesten Ansiedlungen der gesamten Umgebung zu zählen.

Verständlich, dass die Dorfgemeinschaft von Trasdorf eine der ersten war, die zu Abwehr von Feuer eine Selbsthilfeorganisation einrichtete. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Feuerwehrwesen zu einem tragenden Bestandteil des Gemeindelebens. Die Aufgabengebiete vervielfältigten sich: Neben der Bekämpfung von Bränden wurden technische Einsätze – besonders zur Menschenrettung nach Verkehrsunfällen – immer bedeutender.

Modernste Ausstattung ist dazu notwendig u. eine permanente, praxisnahe Ausbildung, Schulung u. Übung. Doch dies alles wäre nicht möglich, wenn es nicht engagierte Bürger gäbe, die ihre Freizeit opfern, um der Allgemeinheit zu helfen. Natürlich leistet die Gemeinde auch ihren finanziellen Beitrag, dass Engagement, Hilfsbereitschaft u. Dienst am Nächsten als wichtige Werte unserer Gemeinschaft gefördert werden.

Mögen die Leistungen, die in den bereits über 100 Jahren von der FF Trasdorf vollbracht wurden auch künftige Generationen motivieren, diese innere Einstellung im Feuerwehrwesen u. in unserer Gemeinschaft lebendig zu erhalten.

Es war einmal vor 100 Jahren... (Bild: Festeinladung – Gründungsfeier)

Mit dieser Festeinladung begann die Geschichte der FF Trasdorf im Jahre 1895. Feuer u. andere Naturgewaltenbedrohten seit jeher den Menschen. Alleine u. mit unzureichenden Hilfsmitteln ist man machtlos. Gemeinsam u. gezielt vorgehen bringt Erfolg!

Leider ist das Brandbuch der Jahre 1895-1923 verschollen, sodass außer dieser Einladung u. dem Gründungsfoto keine Quellen die Wirren der Zeit überlebt haben. Gründungskommandant war Josef Muck. Erst ab 1925 – dem Jubiläumsfest „30 Jahre FF Trasdorf“ – kennen wir genau die Namen der gewählten Funktionen innerhalb der 30 Mann starken Wehr: Hauptmann: Johann Lackenberger
Stellvertreter: Johann Muck
Kassier: Anton Neumayr
Schriftführer: Josef Mandl
Zugsführer: Franz Reissner
1. Spritzenmeister: Leopold Wohlmetzberger
2. Spritzenmeister: Franz Kratschinger
Zeugmeister: Anton Weidlinger
1. Steiger: Josef Anhammer
2. Steiger: Josef Pfeiffer

Von der Gründung bis 1925 war die FF Trasdorf zu 55 Bränden ausgerückt. Regelmäßige Übungen, 6 bis 10 pro Jahr, standen bereits damals auf dem Programm, Inspektionen, wir auch Bälle u. Kränzchen. Der Beschluss selbst einen Ball abzuhalten wurde 1926 gefasst. Begräbnisse von Mitgliedern u. unterstützenden Mitgliedern zählten zu den traurigen Pflichten der Kameraden.

1928-1958

1928 wurden nicht nur für die gesamte Mannschaft neue Blusen angeschafft, sondern man machte auch den ersten Schritt zu einer modernen Brandbekämpfung: Ein Motoraggragat der Firme Rosenbauer (auch heute noch ein weltweit tätiger Feuerwehrausstatter) ersetzte den alten Hydrophor, der an Hütteldorf verliehen wurde.

1929 sah die Führung der Wehr so aus:
Hauptmann: Johann Lackenberger
Stellvertreter: Franz Reissner
Schriftführer u. Kassier: Rudolf Schrey
Zugsführer: Anton Wendlinger
Spritzenmeister der Motorspritze: Leopold Wohlmetzberger
Stellvertreter: Michael Otzlberger
1. Spritzenmeister der Handspritze: Anton Bauer
Stellvertreter: Alois Zederbauer
Steigerringführer: Josef Pfeiffer
1. Steiger: Josef Anhammer
2. Steiger: Georg Otzlberger
Bezirkshornist: Anton Nestelberger
2. Hornist: Anton Selberherr
Sanitätsleiter: Josef Mandl

1930 beschloss man, sich am Heiligeneicher Faschingsumzug zu beteiligen.

1935 begann die Wehr sich aktiv durch Kurse fortzubilden
Gasschutzkurse, Führungskurse in Wr. Neustadt, Maschinistenkurse

1937 wurde mit dem Neubau eines Feuerwehrhauses begonnen, das mit finanzieller Deckung der Schulden durch die Gemeinde 1938 fertiggestellt werden konnte

Dann verstummt die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Trasdorf im Geschützdonner des Zweiten Weltkrieges. Einige Kameraden kehrten nicht mehr zu ihren Familien zurück. Der Krieg reduzierte die Zahl der Feuerwehrmänner auf 23 im Jahre 1948. Doch trotz eines Weltkrieges waren Energie u. Engagement für die Gemeinschaft ungebrochen.

1948 lenkten diese Kameraden die Geschicke der FF Trasdorf:
Hauptmann: Josef Anhammer
Stellvertreter: Wenzl Bodlak
Schriftführer u. Kassier: Leopold Frank
Spritzenmeister: Michael Otzlberger
Stellvertreter: Josef Muck
Zeugmeister: Rupert Eßbüchl
1. Steiger: Anton Thallauer
2. Steiger: Rudolf Figl
Sanitätsleiter: Anton Doppler
Ein FF-Kränzchen in Verbindung mit dem Kirtag am 22. August 1948, ein Feuerwehrball am Faschingssonntag am 27. Februar 1949 und ein Maifest im Saal Doppler am 14. Mai 1949 sollten die finanzielle Grundlage für den Wiederaufbauder Feuerwehr legen.

1953 gab es bei den Wahlen nur wenige Veränderungen:
Hauptmann: Josef Anhammer
Stellvertreter: Wenzl Bodlak
Schriftführer u. Kassier: Leopold Frank
Zugsführer: Franz Wurstbauer
Stellvertreter: Josef Muck
Obermaschinist: Michael Otzlberger
Stellvertreter: Johann Sappert
Zeugmeister: Rupert Eßbüchl
1. Steiger: Anton Thallauer
2. Steiger: Rudolf Figl
Sanitätsleiter Johann Böck
1. Hornist Anton Selberherr
2. Hornist Michael Baumgartner

1954 wechselte das Kommando: Wenzl Bodlak wurde Hauptmann, Leopold Frank Stellvertreter u. Josef Pfeiffer Schriftführer u. Kassier.

1958 konnte mit Gemeindeunterstützung die Instandsetzung des Gerätehauses u. die Errichtung eines Schlauchturmes durchgeführt werden.

 

1959-heute

  1965 wurde Leopold Frank zum Kommandanten gewählt, Stellvertreter war Josef Muck.

Da der alte Dodge nicht mehr einsatzfähig war, wurde ein Tankwagen angekauft u. am 1. Mai 1967 feierlich eingeweiht: Mit dem Weckruf der Jugendkapelle wurde die Feier eingeleitet. Um 8.45 Uhr marschierte die Feuerwehr – an der Spitze Bezirkskommandant Keiblinger, Bezirkskommandant-Stellvertreter Lehrner u. Bezirksschriftführer Fischer – in die Ortskapelle, wo Dechant Wagner die Hl. Messe las. Nach dem Gottesdienst wurde der Tankwagen feierlich eingeweiht. Danach hielt Hauptmann Frank eine Ansprache u. dankte allen anwesenden Trasdorfern u. Gemeindebürgern für die Spenden, die sie für den Ankauf des Tankwagen geleistet hatten. Danach fand eine Übungsvorführung mit der neuen Gerätschaft statt. Anschließend wurde zu gemütlichem Beisammensein bei Speis, Trank u. Musik geladen.

Am 4. Mai 1969 wurde ein Beschluss gefasst, der auch heute noch Gültigkeit hat: Zu Pfingsten solle eine Weinkost abgehalten werden! Ab 1978 stellte dazu Herr Josef Muck seine Halle dafür zu Verfügung.

In den 70er-Jahren erfolgte nicht nur die Gemeindezusammenlegung mit Atzenbrugg, sondern auch in der FF Trasdorf wechselte das Kommando 1967 zu Josef Keiblinger, Josef Muck war bis 1974 Stellvertreter, gefolgt von Rudolf Figl bis 1976, Leopold Nacht bis 1980 u. Josef Doppler bis 1983.

1977 wurde der Ankauf eines Tanklöschfahrzeuges TLF 2000 beschlossen.

Im Jahre1980 konnte man stolz auf die erzielten Leistungen der Wettkampfgruppe zurückblicken. Nicht weniger als 14 Pokale waren in den letzten fünf Jahren errungen worden.

1982 entschloss man sich zum Kauf eines Kleinlöschfahrzeuges, um den alten VW-Bus Bj. `72 zu entlasten.

1983 wurde wieder gewählt u. der jetzige Kommandant OBI Walter Eßbüchl u. sein Stellvertreter BI Alois Riederer erhielten das Vertrauen der Kameraden.

1985 wurden die ersten Handfunkgeräte angeschafft, die aus dem heutigen Einsatzgeschehen nicht mehr wegzudenken sind. In diesem 90. Bestandsjahr wurde auch die Entscheidung getroffen ein modernes, geräumiges Feuerwehrhaus mit Mannschaftsräumen zu errichten, um für die Aufgaben der Zukunft gerüstet zu sein.

Da das alte Feuerwehrhaus in der Bindergasse zu klein wurde u. ein Versammlungsraum gebraucht wurde, beschloss die FF einen Neubau. Die Gemeinde sicherte uns eine Unterstützung von 700.000 ATS zu. Ing. Hermann Stich zeichnete den Plan u. Steiner-Bau Heiligeneich übernahm die Bauaufsicht.
Nach der Kommissionierung am 28. Oktober 1986 begann man mit vereinten Kräften mit den Aushubarbeiten. Am 14. November wurde bereits die Kellerdecke betoniert.
Ende März 1987 war der Rohbau fertig u. der Dachstuhl konnte aufgesetzt werden. Am 31. August wurde das Dach eingedeckt. 1988 wurden Strom- u. Wasserleitungen verlegt. 1989 erfolgte die Montage der Garagentore u. der Garagendecke. 1990 wurde der Schlauchturm fertiggestellt u. die Fassade begonnen. Letztendlich konnten nach u. nach Raum um Raum fertiggestellt u. die Maler- u. Zimmerarbeiten abgeschlossen werden.

6.900 Arbeitsstunden wurden von den Kameraden der Feuerwehr geleistet, ca. 300 kostenlose Stunden von den freiwilligen Helfern u. 750 Traktor- u. Staplerstunden fielen an. Besonders Erwähnenswert auch die Unterstützung der Frauen der Feuerwehrmänner, die auch den Hl. Florian an der Außenfassade finanzierten.

Möge die Freiwillige Feuerwehr Trasdorf auch in Zukunft das erhalten, was die Vorgänger in den letzten hundert Jahren aufgebaut u. zum Wohle der Bevölkerung geleistet haben. Diesen Männern der ersten Stunde soll mit Dankbarkeit u. Ehrfurcht gedacht werden. Ihr Vorbild soll unsere Jugend ermuntern u. anspornen noch zahlreicher den Dienst am Nächsten fortzusetzen.
Wie es schon in der Gelöbnisformel des Feuerwehrkameraden heißt: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“


Kommandanten seit 1895:

Muck Josef 1895 – 1921
Lackenberger Johann 1921 – 1938
Reissner Franz 1938 – 1945
Pfeiffer Josef 1945 – 1948
Anhammer Josef 1948 – 1954
Bodlak Wenzl 1954 – 1965
Frank Leopold 1965 – 1976
Keiblinger Josef sen. 1976 – 1983
Eßbüchl Walter sen. 1983 - 2006
Johann Sprengnagel 2006 - 2016
Gerald Keiblinger 2016 -